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Herbstwochenende. Aufgrund der nassen Jahreszeit vor dem Herbst (ich weigere mich, das als Sommer anzuerkennen) schießen die Pilze wie von Zauberhand und selbst Laien haben akzeptable Chancen, Maronen und Steinpilze zu finden. Nach dem 50. mir gezeigten Pilz traue ich mir zu, Maronen zu erkennen. Zu diesem Zeitpunkt hat meinen Mann das Jagd- und Sammelfieber bereits gepackt. Seine sämtlichen Vorfahren haben sich in ihm vereint und zielgerichtet erfasst sein Urmensch-Auge einen essbaren Pilz nach dem nächsten. Dabei zieht er mit stolzgeschwellter Brust durch den Wald. Kurz vergessend, dass er Anhängsel dabei hat. Nachdem einer der kreuz und quer rennenden Flummi-Söhne der sich vielfach geteilten hinterher eilenden Mutter aus den Augen geraten ist und die Panik in ihrer Stimme ganz leicht durch den Wald schwebt, eilt der Haus- und Hofhund der großen Familie herbei, im Schlepptau das vermisste Kind. (Magnetisch an den Hund gefesselt, was ein Glück.) Angesicht meiner Funken schlagenden Blicke ist auch dem Jäger und Sammler klar, dass er wenigstens eines seiner umher wuselnden Gartenzwerge in seinen unmittelbaren Verantwortungsbereich aufnehmen muss, sollte er weiter durch den Wald stromern wollen. Danach mehren sich sowohl die Pilzberge als auch die jammernden Töne des Jüngsten („ich kann nicht mehr laufen…“)

Ich meine, im Grunde meines Herzens kann ich dem Mann aber auch gar nicht böse sein. Dass da etwas Urwüchsiges die Herrschaft über den Verstand übernimmt, hatte ich ja jüngst ebenfalls erlebt. Bei Kastanien. (Erscheinen mir persönlich ja grundsätzlich sicherer als so schwammige Gewächse.) Ich war mit einer Freundin und deren Spross unterwegs auf der Suche nach diesen wunderschönen mahagonie-braun glänzenden Handschmeichlern. Drei Vierjährige und ihre zwei jungen Mütter im Rausch. Es gibt da eine Straße mit ganz vielen Kastanienbäumen, die allesamt ihre Früchte und ihre Blätter abgeschmissen hatten.

Diese Straße hatte nicht genug Bäume für uns alle.

Ganz die wohlerzogene zurückhaltende Mami machte ich die Kinder diverse Male auf verschiedene Entdeckungen aufmerksam, bis sie es auf einmal verstanden und die Leidenschaft mit ihnen durchging. Flugs wurden die mitgeführten Eimerchen gefüllt. Als die Erträge langsam zurück gingen, fingen meine Kronsöhne an, mir geschlossene Kastanien zu bringen, damit ich deren Schale knacken konnte. Und kaum dass ich anfing, diese zu knacken, kam das dritte Kind herbei und raffte die ganzen Kastanien an sich. Ich, die erwachsene und ausgeglichene Muddi, schaute mir das eine ganze Weile mit an, bis ein leichter Wackelkontakt in meinem Inneren dazu führte, dass das Kind in mir plötzlich erwachte. Ich fühlte den Drang in mir, „Gereeeeechtigkeit“ zu brüllen, dieses mir so dreist erscheinende Kind wegzuschubsen und einem riesigen Staubsauger gleich die Straße auf und ab zu rollen. Meine armen, zarten Engelchen. Nichts war mehr wichtiger, als deren Eimerchen emsig mit zu befüllen. Der Rausch hatte mich. Voller Elan pflügte ich durch die Straße, immer darauf bedacht, schneller zu sein als ER. Und ER war wirklich verdammt schnell. Fast schien es ein Wettkampf zwischen uns beiden zu werden.

Aber nur fast, ich bin schließlich ein sozialisiertes Muttertier. Dass sich rechtzeitig wieder zur Räson bringen kann. Ommm.

Räusper. Ist klar, dass ich weder arme, zarte Engelchen habe noch dass diese Kastanienberge augenblicklich noch in unserem Haushalt existieren. 10 davon haben wir bebastelt (4jährige Jungs sind wider Erwarten kein Ausbund an Geduld), der Rest musste kürzlich entsorgt werden, weil diese ehemals wunderschönen Gebilde anfingen zu schimmeln und zu stinken. Hach ja, vergängliche Schönheit.

Was ich sagen will: Jeder kennt das; sei es der eifrige Flohmarkt-Besucher, der  Sommerschlussverkaufsjäger oder ein Schnäppchenjäger (ich genderisiere mal aus Gründen besserer Lesbarkeit heute nicht, okay?). Wir Menschen haben alle so ein Ur-Kind in uns, dass uns alles vergessen lässt.

Hauptsache, wir wissen am Ende wieder, was wirklich zählt und können über uns lachen. Und die Natur genießen. Und daher zum Abschluss noch ein paar Fotos. 🙂

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Vampire´s Weekly

Dass der Sommer Berlin und Brandenburg dieses Jahr vergessen hat, ist nichts Neues. Dass in der Folge die Mückenpopulation gelinde geschrieben expandiert ist, dürfte ebenfalls der eine oder andere bereits entdeckt haben. Die einen juckt das mehr, die anderen weniger. Wortwörtlich. Uns juckt das mehr. Die Minivampire stehen auf Familie H. aus F. bei B. Muss irgendwann einmal in der Vampire Weekly, dem BILD-Pendent für Mücken, gestanden haben. Und der Beitrag wird leider immer noch aktualisiert. Da nützt kein Stechmückenfrei in sämtlichen umgebenden Pfützen. Die kommen von weit her. Wie Pilger. Und wenn sie dann endlich hungrig hier angekommen sind, brauchen wir nur einen Fuß in die scheinbar klare Luft zu halten – und schon schreit es laut „Miiiiitttaaach“ und die Luft sirrt. Grrr. Und weil da auch keine Elektro-Mückenschläger mehr helfen und keine Schutzgitter vor den Fenstern (die Viecher sind schlau, die nutzen die Mitreisegelegenheiten, wenn man von draußen durch die Tür kommt), und weil mein Kleinster deswegen schon dicke Lymphknoten hat, suchen wir nach Alternativen. Seit Neuestem haben wir, wie der Herr des Hauses so charmant ausdrückte, kleine Klostein-Jungs. Sie haben jetzt Armbänder, in denen kleine Citronella-Steine stecken. Das scheint tatsächlich zu wirken. Also sind wir ehrlich, eigentlich trägt nur einer die Armbänder: eines am Arm und eines am Bein. Und da dieser zum einen ständig mit seinem Zwilling zusammensteckt und zum anderen eng angekuschelt an seinen Bruder schläft, ist jener eben auch gleich geschützt. Keine beuligen, sich blutig kratzenden, abends großflächig mit Fenistil eingeschmierten Kids mehr. Ein Traum.

Aber es gibt ja noch mehr wohlschmeckende Mitglieder in diesem Haus. Und ich rede nicht von meinem Mann. Seit er damals vor vielen Jahren in unserer Kennenlernzeit Opfer eines Atommückenüberfalls wurde, bei dem jeder einzelne Stich mutierte und ihm eine für jegliche Umwelteinflüsse sensible Haut einbrachte, scheint er nicht mehr sooo lecker zu sein. Für die Mücken. Ne, wir reden noch von den Mücken!?

Jscha. Wer bleibt? Moi. Jenau. Und weil sie wissen, wie wenig ich ihnen gewogen bin, weil sie sehen, wie ich wild mit den Augen rolle, wenn ich nur ein Flügelchen im Augenwinkel sehe, halten sie sich tagsüber bedeckt. Und greifen mich nachts an. Hinterhältig suchen sie sich Stellen, von denen sie ganz genau wissen, wie sehr sie mich damit treffen. Wie fies das sein kann, wenn zwischen den Zehen oder an der Fußsohle ein juckender Pieks gerne Linderung erfahren würde. Phhhhh! Also gehe ich vor dem Schlafengehen auf Jagd. Stöbere sie auf in den dunklen Winkeln und Ecken dieses Hauses, mache Schluss mit den Angriffen aus dem Hinterhalt! Ich glaube mit Stolz sagen zu können, dass ich mir einen gewissen Ruf unter dem Mückenvolk erarbeitet habe. Respekt!, sagen sie. Und machen endlich, endlich einen Bogen um mich.

Naja, fast alle. Klar, gibt es immer noch diese Jungspunde. Diese Kamikaze-Helden. Diese sich selbst beweisen müssende Jugend. Die mir ins Auto folgen muss und mich vom Verkehr ablenken will. (Ich rede übrigens immer noch von Mücken- nur für diejenigen unter uns, die gerade aus unerfindlichen Gründen an meine Jungs dachten…)

Nun, denen sag ich hiermit in aller Deutlichkeit: schaut Euch meine Windschutzscheibe an! Von innen! (Außen kann ja jeder.) Ich lasse Eure Kumpels mal als Mahnung dran kleben, bis es auch der Letzte von Euch kapiert hat: Mit mir ist nicht gut Blut naschen! MIT! MIR! NICHT! !!!

Dass ich Pflanzen und Blüten und Schmetterlinge sehr gut leiden kann, ist meinen kleinen Gartenzwergen durchaus bewusst. Sie pflücken mir gerne Blümchen (vorzugsweise Gänseblümchen), machen mich auf Schmetterlinge aufmerksam und geben begeisterte Laute (nee, ich kann da gar nicht das Vorbild sein, ich bin sehr viel … äh … lauter und …. und… wortgewaltiger… ) von sich, wenn sie schöne Pflanzen sehen. Wohl wissend, dass die Mama vor Freude außer Häuschen sein wird. Dass ich gerne auch mit dem Fotoapparat durch die Landschaft pirsche, haben sie auch wie selbstverständlich aufgenommen. Ich war immer der Meinung, man müsse den Kids schon von klein auf mitteilen, wie schön eine bestimmte Ansicht ist und dass es eben nicht selbstverständlich ist, so etwas Schönes zu sehen. Mittlerweile werde ich also auf Sonnenauf- und Untergänge aufmerksam gemacht. „Guck mal, Mama, schönes Rosa! Das musst du fotoapperieren!“ Brav zücke ich meine Kamera. Auch die Häuschen von Schnecken müssen festgehalten werden. Ich finde die allerdings wirklich auch äußerst bezaubernd. Ob sie das irgendwie ahnen? Alles Mögliche wird mir vor die Nase gehalten oder ich hingeführt – und ich mache brav Fotos. Welche sie danach auch gerne begutachten möchten. Stundenlang. Und in Folge dieses Anguckens wollen sie natürlich auch gerne selbst auf den Fotos sein. Hah! Vorbei die Zeiten, als ich das Handy zu spät zückte und sie in alle Richtungen davon spritzten. Jetzt posen wir. Geschenkeideen, ich kooooommeeeee! Gerne wird mir das Handy auch zum selber Fotoapperieren aus der Hand genommen. Aber da bin ich eigen. Das geht definitiv nicht. Also schreibe ich schon mal an den Weihnachtsmann… Und wenn er denn so kleine Kinderfotoapparate mitbringt, dann bitte mit ausreichend Repparien. Die gehen nämlich immer alle und dann müssen Mama oder Papa das Gerät reparieren und neue reinmachen.

Die Oma ist immer ganz entzückt, wenn ich ihr von ihren Enkeln erzähle. Sie will das dann selbst hören, was die kleinen Kerlchen von sich geben. „Sag doch mal…! Komm, sag doch noch mal!“ Ernster Kinderblick. „Nein. Oma. Das kann ich noch nicht. Das muss ich noch üben.“ Und im nächsten Augenblick: „Mama, kannst du bitte ein Foto machen?“ Hm. Doof sind se nich´!IMG_1323Weinbergschnecke beim Essen – Einer von vielen Fotowünschen…

Ich habe unlängst ein Buch geschenkt bekommen. Weiß auch nicht, wieso. Erstens gab es üüüberhaupt keinen Anlass und zweitens lese ich nahezu nix. 3-6 Bücher pro Woche sind ja quasi fast nix. (Insbesondere wenn es nur dem Hirnyoga dient und entspannen soll.) Ab und an ist aber auch mal was Sinnvolles dabei. Etwas mit mehr Inhalt. Über den man mal nachdenken kann. So wie jenes, zu dem ich mich jetzt zu äußern gedenke.

Das Buch heißt: „Ich will so bleiben wie ich war. Glücks-Push-up für die Frau ab 40“ von Monika Bittl. Wie gesagt, weiß ich partout nicht, warum ausgerechnet ich das Buch bekommen habe. (Meine Augen können übrigens gefährliche Blitze durch PC/Smartphone/Tablet  hindurch senden, habe ich das schon mal erwähnt?)

Das Buch greift den Gedanken auf, der mich schon seit einiger Zeit bewegt. (Als ob die Schenkerin gewusst hat, was in mir vorgeht. Und das, obwohl wir uns seit Jahren nur Anekdoten schreiben und Päckchen schicken können.)

In Kurzform steht da: Man ist nur soweit Opfer, wie man sich dazu macht.

Recht hat die Autorin! Ich kenne einige Menschen, bei denen das Schicksal hart zugeschlagen hat. Lassen die sich alle von ihrem Schicksal unterkriegen und stürzen sich deswegen von der nächsten Teppichkante? O nein. Sie schaffen es, dankbar zu sein für viele Kleinigkeiten. Sie sind kein Opfer ihrer Gedanken, weil sie es nicht sein wollen. Sie sehen nicht nur die dunkle Wolke. Sondern den Lichtstrahl der Sonne, der sich mit aller Macht durch die Wolken bricht. Alles ist Ansichtssache.

Glück ist Ansichtssache

Meine These ist demnach folgende: Glück ist das Talent und der unbedingte Willen, etwas als besonders (und) SCHÖN wahrzunehmen und dankbar dafür zu sein.

Und um diese zu belegen, werde ich ab jetzt wieder öfter innehalten und darüber nachdenken, was schön ist und wofür ich dankbar sein könnte.

Ich bin dankbar für das perlende Lachen meiner Kinder. Für die wahnsinnig weiche Haut ihrer Stirn, die ich so gerne kuschele. Für formschöne Blüten in meinem Garten. Für ein gelungenes Foto. Den wunderschönen und mystischen Sonnenuntergang gestern. Für meinen beständigen Ehemann. Für meine hilfsbereiten Eltern. Und noch so unendlich viel mehr.

Zu jedem dieser wundersamen Momente möchte sich allzu gerne noch ein Aber und eine Angst dazu gesellen. Aber ich lasse diese Gedanken nicht mehr zu. Bloß nicht vertiefen, was mich unglücklich macht. Wenn ich den Ängsten erst den kleinen Finger reiche, wollen diese mich an der ganzen Hand packen und einsaugen. Hinein in dieses Gefühl, dass „andere“ schuld sind an der eigenen Misere. Doch ich konzentriere mich nicht mehr auf andere. Meine Mitte ist es, die ich wiederfinden will. Und dazu brauche ich nur mich allein.

Erkenntnis ist der erste Schritte zur Besserung

Erkenntnis ist der erste Schritt zum Glücklichsein. Ich gebe jenen Stimmen, die mich so klein werden ließen, keine Macht mehr über mich. Niemand ist perfekt. Wichtig ist doch, in diesem Leben wieder Freude zu erleben und diese wiederum mit anderen zu teilen!

Frau Bittl zitiert hilfreich Epikur: „Wir sind ein einziges Mal geboren; zweimal geboren zu werden, ist nicht möglich; eine ganze Ewigkeit hindurch werden wir nicht mehr sein dürfen. Und da schiebst du das, was Freude macht, auf , obwohl du nicht einmal Herr bist über das Morgen?“

Richtig. Was nützt es mir, wenn auf meinem Grabstein steht: „Sie war stets fleißig.“? Na juchhu. Die Frage ist, war ich damit glücklich? Oder habe ich nur der Meinung der anderen hinterhergefleißelt?

Eines habe ich gelernt. Sie reden. Sie bilden sich eine Meinung. So oder so. Und hier ziehe ich eine Grenze und entscheide: Lass sie reden. Solange sie nicht mein Leben leben und meine Ängste fühlen, können sie nichts, aber auch gar nichts verstehen. Mein Ziel lautet nicht mehr, Angst zu haben, ob die anderen hoffentlich eine gute Meinung von mir haben. Sondern glücklich zu sein, weil ich meine ganz persönlichen Sonnenstrahlen genieße.

Der Dalai Lama erklärte einmal, was ihn am meisten überrascht: „Der Mensch […] ist … so ängstlich wegen der Zukunft, dass er die Gegenwart nicht genießt; das Resultat ist, dass er nicht in der Gegenwart lebt; er lebt, als würde er nie sterben, und dann stirbt er und hat nie wirklich gelebt.“

Lasst uns anfangen, das Leben zu genießen! Dieses Geschenk ist verdammt noch mal begrenzt.

Was kann ich? Was will ich? Zusätzlich zu meiner nicht vorhandenen Langeweile?

Fotografieren, den Garten beackern, neue Projekte planen und ausführen (und den Mann hierfür einspannen), mich über Blümchen freuen und diese Freude mit Euch teilen.

Ich lade Euch gerne auf den dazugehörigen Blog ein: http://www.derliteraturschmetterlingimgarten.wordpress.com.

 

 

„Es ist gut, wenn uns die verrinnende Zeit nicht als etwas erscheint, das uns verbraucht oder zerstört, sondern als etwas, das uns vollendet.“

Antoine de Saint-Exupéry 

Sie lieben den Regen und die verwaschene Stimmung. Und die Pfützen. Am liebsten würden sie jeden Morgen bei diesem Wetter in die Kita gehen. Will sagen: Springen. Nicht fahren. Kann Mama aber in der morgendlichen Eile nicht umsetzen. Sie würden sonst das Frühstück verpassen und erst Stunden später ankommen….

Minimann 1 und Minimann 2 stehen bereits in Gummistiefeln und Regenjacke vor der Tür und bestaunen eine Nacktschnecke, die sich am Vogelschiss gütlich tut. „Iiiiih!!! Direkt vor unserer Tür!!! Macht sie weg! Tretet drauf!“, schreit das Mamatier äußerst undidaktisch. Nacktschnecken sind derzeit überall und raspeln Mamas Blumenglück kurz und klein. „Nein“, erklärt der Filius, „da ist doch Saft drin.“ „Äh, ja, Saft. Irgendwie ja. Haste Recht.“ Mama kapituliert. Vor diesem Argument und vor der Anzahl der Schnecken. Da hat man sowieso keine Chance.

Während Mama hektisch durch die Wohnung läuft und alle Sachen zusammensucht, die ihre sämtlichen Herren brauchen, um gut durch den Tag zu kommen, studieren die zukünftigen Professoren ihr Studienobjekt. Mama rennt an ihnen vorbei, um das Auto zu beladen. Auf dem Rückweg ist auch der Herr Papa dem Ruf der Sprösslinge gefolgt und bestaunt die Ergebnisse tagelangen Regens (Wassermassen im Graben, matschige Blumen, matschige Beete, Matschepampe allerorten).

Plötzlich ein verzweifelter Ruf: „Ooooh! Jetzt ist sie matsch!“ Huuups. Verstohlener Blick auf die Schuhsohle… Herrje. Notfallprogramm zur Vorbeugung sirenenartiger Anfälle. „Ach was, nein. Das ist was anderes. Die ist nicht tot, das ist ihr Essen. Du wirst sehen, die krabbelt nachher weg. Wenn Du heute Nachmittag nach Hause kommst, ist sie schon über alle Berge. Wirste sehen.“

Hoffentlich. Memo an mich: Heute vorm Abholen nicht vergessen, nachzuhelfen, wenn sich kein Vogel das Vieh geschnappt hat.

Entwarnung am Nachmittag: Die ganzen Pfützen auf dem Heimweg haben die Erinnerung an die saftige Schnecke hinweggespült. (Die nun im hohen Gras vor sich hin suppt.) Nochmal Glück gehabt.